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Immobilienmarkt: Sorgt Corona für den Preiseinbruch?

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Derzeit werden wir verständlicherweise von allen Seiten gefragt, wie sich die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt auswirken wird. Nun, wir haben keine Glaskugel – aber wir wissen aus der Vergangenheit, dass sich Immobilien in bzw. nach Krisenzeiten immer besser geschlagen haben als alle anderen Anlageformen. Ich bin davon überzeugt, dass das auch jetzt so sein wird.

Investition mit Nutzwert

Denn letztlich gibt es für Menschen, die Vermögen aufbauen oder investieren wollen, nur vier Möglichkeiten: Geld auf dem Konto behalten bzw. in bestimmten Währungen zu sammeln, Investitionen in Gold, Aktien oder Immobilien. Gerade diese letztgenannte Anlageform aber hat gegenüber allem anderen den Vorteil, dass sie zusätzlich einen Nutzwert aufweist. Und zwar einen ganz wichtigen: Die Immobilien zahlt auf das Grundbedürfnis eines jeden Menschen ein, ein Dach über dem Kopf zu haben! 

Da die Deutschen insgesamt betrachtet eine Menge Kapital in sogenannten Sichteinlagen (Sparbücher, Konten) und damit Liquidität haben, liegt die Investition in Immobilien nahe – gerade für risikoaverse Anleger. Wir Deutschen gelten bei Finanzgeschäften eher als konservativ und besitzen im weltweiten Vergleich sehr wenig Aktien. Allerdings: Im europäischen Vergleich sind wir trotzdem Schlusslicht bei der Eigenheimquote, die bei gerade mal 45% liegt. In der Bundeshauptstadt sogar nur bei 16%! Das könnte sich durch die Krise jetzt ändern, wenngleich nicht eklatant: Deutschland ist traditionell ein Mieterland.

Konjunktur- und Zinsentwicklungen sind entscheidend

Die entscheidende Frage lautet an dieser Stelle natürlich: Inwieweit wirkt sich die aktuelle Situation auf die Immobilienpreise aus? Das wird erst die Zeit zeigen, denn das hängt stark davon ab, wie schnell eine Konjunkturerholung eintritt. Ein wesentlicher Faktor ist zudem die Zinsentwicklung; gerade die vergangenen drei Wochen haben gezeigt, wie stark die Finanzmärkte reagieren. Nach den Kursstürzen sind viele Investoren in sichere Staatsanleihen geflohen, was zur Folge hatte, dass die Renditen extrem sanken. Das wiederum hat Einfluss auf die Entwicklung der Bauzinsen. Für Kaufinteressenten und damit auch für Eigentümer ist das zumindest eine gute Nachricht. Es ist zu erwarten, dass selbst bei einem Anstieg die Zinsen auf absehbare Zeit auf einem niedrigen Niveau bleiben. 

Auch wenn aufgrund der aktuellen Lage manch einer von einer Groß-Investition zurückschrecken wird, sehe ich persönlich nicht, dass die Nachfrage hier im Großraum München durch die Krise einbricht. Ob Immobilienpreise flächendeckend fallen, glaube ich derzeit auch nicht. Interessant wird jedoch der Blick in die Mikrolage: In Krisenzeiten, das zeigt die Erfahrung, fallen Preise in weniger gefragten Lagen und stagnieren oder steigen bisweilen sogar in besonders guten und damit nachgefragten Lagen. In absoluten Top-Lagen wird man mit Sicherheit noch Objekte mit extrem hohen Angebotspreisen sehen – ich gehe aber davon aus, dass diese Preise nicht mehr in diesem Umfang realisiert werden können. Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren haben wir vor allem im Neubau exorbitante Steigerungen gesehen. Das wird sich nivellieren.

Stagnierender Neubau 

Ein Problem jedoch ist der derzeit stagnierende Neubau. Durch die zum Teil empfindliche Störung von Lieferketten kann kein Material geliefert werden. Zudem fehlt vielerorts das Personal – vor allem bei jenen Unternehmen, die Handwerker aus dem Ausland beschäftigen. Durch Corona sind jetzt verständlicherweise alle zu Hause bei ihren Familien. Gerade im Großraum München aber ist der Neubau einer der Schlüssel, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen.



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